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Bleasure, Staycation und Co-Working-Spaces

Spektrum

Die Stadthotellerie braucht angesichts eines schwächelnden MICE-Markts neue Ideen für neue Zielgruppen. Wie wäre es mit der Kombination von Freizeit und Business? Oder Angeboten für Familien? Erlebnissen für Einheimische? Arbeitsplätzen auf Zeit? Flexibilität ist angesagt!

2017 tauchte der Neologismus „Bleasure“ in der Travel Industry auf. Damals noch als Idee, Geschäftsreisen für Angestellte attraktiver zu machen. Also ihnen bewusst die Möglichkeit zu bieten, ihre Geschäftsreise mit Freizeit/Urlaub zu kombinieren. Dass es ohne Diskussion mit dem Arbeitgeber möglich sein sollte, an die Konferenz oder den Geschäftstermin noch Urlaubstage dranzuhängen. Dass sich Konferenzhotels darauf einstellen sollten – sowohl in der Ferienhotellerie wie in der Stadthotellerie. Indem sie ihren geschäftsreisenden Gästen schon im Vorfeld konkrete Unterhaltungsangebote machen.

Nach und mit Covid schaut das ein wenig anders aus: Jetzt ist der Ansatz eher ein umgekehrter: Wie kann ich es dem (Urlaubs)-Reisenden schmackhaft machen (oder einfach nur bequem) im Urlaub zu arbeiten? Das fängt mit einem leistungsstarken und zuverlässigen Internet auch am flachen Land und im hintersten Gebirgstal an. Natürlich ohne Aufpreis. Das setzt sich fort mit einem Schreibtisch am Zimmer, an dem man auch wirklich arbeiten kann. Der groß genug ist für Laptop, Lektüre und Ablagen. Und der mehrere Steckdosen in Reichweite hat. Wenn das Hotel in den öffentlichen Räumen (Terrasse, Lobby, Garten) etwas verstecktere Ecken hätte, wo man ungestört telefonieren und seinen Laptop aufbauen kann, wäre das auch fein.

Urlaub und Arbeit - kein Widerspruch in den ACHAT Hotels

Urlaub und Arbeit – kein Widerspruch in den ACHAT Hotels

JOB & FAMILIE

Noch besser wäre es, wenn man seine Familie mitbringen und trotzdem ab und zu in Ruhe arbeiten könnte. Das heißt, das Hotel kümmert sich um die reizenden Blagen (und den Ehepartner): Macht ihnen Freizeitangebote, bietet ihnen spezielle Kindermenüs, Betreuung und so weiter. Warum nicht speziell für Kinder schon am Frühstücksbüffet leckere Smoothies lustig verpackt anbieten? Oder eine Orangenpresse zum Selbersaften?

Das funktioniert in der Ferienhotellerie meist schon ganz gut, vor allem in Family-Hotels. Aber kann man da auch arbeiten? Sind die auf Erwachsene eingestellt, die gern an ihren Projekten auch im (verlängerten) Urlaub werkeln möchten?

In der Stadthotellerie ist es eher umgekehrt: Die sind oft auf Geschäftsreisende, Erwachsene und Business-Nomaden eingestellt. Aber wehe, wenn die ihre Familie mitbringen! Dann muss Papi oder Mami schon selbst für Beschäftigung sorgen. Das hat auch der Geschäftsführer der ACHAT-Hotelgruppe Philipp von Bodman bemerkt. Nicht nur, dass er für seine Stadthotels in Deutschland und Salzburg angesichts des noch länger schwächelnden MICE-Markts neue Zielgruppen sucht, er hat es auch selbst erlebt: „Man muss flexibel und kreativ auf veränderte Marktbedingungen reagieren“, sagt er.

Geschäftsführer der ACHAT-Hotelgruppe: Philipp von Bodman

„Auslöser waren meine eigenen Erfahrungen beim Reisen mit meinen drei Kids, die zwischen ein und sieben Jahre alt sind. Wenn wir in ein typisches Urlaubs- oder Erlebnishotel für die ganze Familie fahren, ist alles wunderbar. Es gibt alles für die Kleinen, einen Rundum-Service für jede Altersgruppe – Eltern eingeschlossen. Im Vorfeld brauchen meine Frau und ich uns keine größeren Gedanken rund um unsere Kleinen zu machen und auch an Hardware müssen wir nur das Nötigste mitnehmen. Bei Städtereisen sieht das schon ganz anders aus: Die meisten Hotels sind auf Erwachsene ausgerichtet – wahlweise Touristen oder Businessreisende. Service für Eltern und Kind? Auf das Notwendige konzentriert! Das haben wir jetzt an mehr als der Hälfte unserer Hotelstandorte geändert.“

Zu denen neuen Angeboten gehören Appartments mit Kitchenetten für längere Aufenthalte und es gibt einen „proaktiven Rundum-Service“ für Familien: Schon beim Check-in wird den Kindern mit besonderer Aufmerksamkeit begegnet und man begleitet die Kids während der gesamten Guest-Journey mit Tipps für kindergerechte Ausflüge und/oder ein Unterhaltungsprogramm in der Nähe. Dazu gibt es Babyausrüstungen mit Zustellbett, kindergerechte Toilettensitze, Windeleimer und -auflagen sowie Kinderpflegeprodukte. Für die schnelle Wäsche stehen Gäste-Waschmaschinen zur Verfügung.

Konfliktpotenzial zwischen klassischen Geschäftsreisenden und Familien sieht von Bodman keines. Weil in den meisten Fällen Familien eher am Wochenende reisen und Arbeitende unter der Woche. Und wenn es doch zu Überschneidungen kommt, was ja durchaus beabsichtigt ist? „Im Idealfall inspirieren wir Businessreisende sogar zum Städtetrip mit Kids in einem unserer Hotels oder geben dem Geschäftsreisenden ein kleines Mitbringsel für die Kids zuhause an die Hand.“

STAYCATION

Einen anderen Zugang neue Gästegruppen in ein Stadthotel zu bekommen hat das 25hours Hotel MuseumsQuartier in Wien schon letzten Herbst probiert. Angebote für den Urlaub in der eigenen Stadt: Wer einfach nur mal eine Auszeit braucht ohne Programm, in eine andere Welt abtauchen möchte oder seine eigene Stadt mal anders erleben möchte, reserviert einfach das Staycation-Paket. Das Hotel bietet Kunstliebhabern bei der Buchung des „Rundum 25hours-Erlebnis“-Specials ein privates Tête-à-Tête mit Gustav Klimt oder Egon Schiele (im Museum gleich ums Eck…).

Zu den inkludierten Leistungen gehören ein privater Limousinen-Service von Zuhause und zurück, eine Übernachtung im Panorama Gigantic Zimmer mit Aussicht über Wien, ein 3-Gänge Menü à la Chef im Ribelli Restaurant, Cocktails am Dachboden und Frühstück. Für die Erkundung der eigenen Stadt gibt es Schindelhauer Bikes mit Zahnriemenantrieb.

CO-WORKING

Ebenfalls in Wien setzt das Hotel Schani am Hauptbahnhof auf Co-Working-Spaces. Es wiederbelebt sozusagen die ursprüngliche Kaffeehauskultur: Arbeiten in der Öffentlichkeit. In der Lobby oder auf der Gallerie kann man auch als Nicht-Hotelgast einen Schreibtisch buchen für 10 Euro am Tag oder gleich für mehrere Tage im Abo. Inkludiert ist Ultra-Highspeed-Internet und ein Farbdrucker. Man bekommt auch einen absperrbaren Spind. Und den 24/7-Service einer Hotelbar in Rufweite, wo man auch spät nachts noch Kaffee und eine Gulaschsuppe bekommt.

Co-Working-Space und Begegnungszone im Hotel Schani

Solche Mixed Zones in den öffentlichen Räumen bieten immer mehr Hotels an. Da wird aus dem Frühstücksraum tagsüber ein Co-Working-Space, in den man sich stundenweise zurückziehen kann und wo man auch Getränke serviert bekommt. Abends wird daraus eine gemütliche Lounge. Flexibilisierung ist angesagt. Man muss ja nicht im Urlaub arbeiten. Aber man kann und darf. Ohne anderen dabei auf die Nerven zu gehen.

Bilder: ACHAT Hotels, Hotel Schani, 25hours Hotel MuseumsQuartier
Beitrag: Thomas Askan Vierich
12. Juli 2021
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