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Chance kulinarischer Tourismus

Spektrum

Aus dem letzten Sommer haben wir gelernt, dass der Nah-Tourismus als Erster durchstartet. Das wird ein Trend bleiben. Die Leute wollen nicht mehr so viel fliegen, dafür lieber in der Nähe bzw. im eigenen Land oder höchstens beim Nachbarn Urlaub machen. Doch was kann man diesen Besuchern außer schönen Landschaften bieten? Kulinarik! 25% ihres Urlaubsbudgets geben Besucher für Getränke und Essen aus, hat die World Food Travel Organisation errechnet. 

Und zwar nicht nur für Restaurantbesuche, sondern für weitergehende Erlebnisse: Meet Food! Die Leute wollen wissen, wo ihr Essen oder ihr Bier herkommt. Deshalb sollten Brauereien (und Winzer) unbedingt ihre Türen für Besucher noch weiter öffnen. Und ihnen dann dort mehr bieten als eine Verkostung der hauseigenen Spezialitäten. Mehr Kooperation ist angesagt: Warum nicht ein regionales Bier mit Schokolade von einer ebenfalls ansässigen Manufaktur brauen? triisland.com

Tourismusforscherin Roberta Garibaldi

Die italienische Tourismusforscherin Roberta Garibaldi hat herausgefunden, dass sich weltweit das Angebot im Weintourismus zu sehr gleicht. Sie plädiert dafür Weintouristen zu aktiven Besuchern zu machen (Mithilfe bei der Weinlese oder im Keller?). Weinbauern könnten mehr mit lokalen Produzenten von kulinarischen Spezialitäten zusammenarbeiten (Weinprobe mit Käse von lokalen Sennereien). Auch sollte das Angebot leicht online buchbar sein, z.B. über Travelling Spoon, einer Buchungsplattform speziell für kulinarische Reisen. Brand Marketer Philip Ruskin rät lokalen Produzenten und Regionen, das E-Commerce-Angebot auszubauen. Das macht aus Einmal-Besuchern Stammgäste, wenn sie sich nach ihrer Reise noch ein paar Schmankerl nachbestellen. Das hält auch die Erinnerung wach.

MEHR NACHHALTIGKEIT, ALTERNATIVE FINANZIERUNGSMODELLE

Regionale Reisende sind oft auch umweltbewusste Reisende. Also sollten Destinationen und Anbieter noch mehr über Nachhaltigkeit nachdenken. Was da möglich ist, zeigt die Goodplanet Foundation mit Best-Practice-Beispielen (www.goodplanet.org). Zur Finanzierung neuer Angebote kann man jenseits von (schwierigen) Bankkrediten über Crowdfunding (funktioniert gerade im Tourismus gut) oder die neue Möglichkeit einer Tokenausgabe als Beteiligungsform von lokalen Stakeholdern und Stammgästen nachdenken. Wenn man schon ein tolles Angebot hat wie z.B. die Slow Food Travel Region Kärnten – warum nicht mal wirklich hippe Influencer einladen, dass sie sich das anschauen und mit tollen Filmen auf Youtube weltweit Werbung machen.

Ein gutes Beispiel ist Sonny Side mit seiner Best Ever Food Review Show. Der könnte doch mal ins Lesachtal kommen oder in die Südsteiermark! Touristen sind gerade in Post-Covid-Zeiten auf der Suche nach nicht-überlaufenen, unentdeckten Regionen, raus aus der Stadt! Und davon gibt es auch in Österreich noch einige mit tollen kulinarischen Angeboten (Mittelkärnten, Südburgenland, Bregenzerwald, Südoststeiermark). Erik Wolf, der Gründer der World Food Travel Organisation, sagt: Die Leute haben im Lockdown das Kochen wiederentdeckt und werden jetzt verstärkt nach regionalen und lokalen kulinarischen Traditionen und Spezialitäten suchen, nach gesundem, authentischen Essen ohne Tierquälerei. Auch in Restaurants und Hotels. Nutzen wir die Chance! Kehren wir nicht zurück zur alten Normalität. Auch und vor allem nicht im Tourismus.

Bilder: SalzburgerLand Tourismus, robertagaribaldi.it
Beitrag: Thomas Askan Vierich
17. Mai 2021
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