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Der Hocker im Eck … und Tipps für das Bewerbungsgespräch

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In der Sommer-Ausgabe des HOGAST-plus.punkt haben wir das Recruiting thematisiert. Wir haben mögliche Fehler aufgezeigt, aber auch Tipps gegeben, wie man den Bewerbungsprozess effizient gestaltet kann. In der Herbst-Ausgabe unseres Magazins nehmen wir auf die gleiche Art das Bewerbungsgespräch unter die Lupe. Manches wird wieder überzeichnet dargestellt, basiert aber auf wahren Begebenheiten.

Montags um 10. Ein Bewerber trifft zum Gespräch ein. Genauer gesagt: Er sollte eintreffen, denn erst um 10.20 Uhr fährt er mit Papas Porsche vor. Dem Chef ist das gar nicht so unrecht, denn er hat gerade alle Hände voll zu tun, deshalb muss vorerst der Kochlehrling ran. In einem freien Kücheneck stehen zwei Hocker – na ideal …

LEHRLING: Hey, Alter.
BEWERBER: Ghettofaust, Alter.
LEHRLING: Krass, dass du da bist – aber mal ehrlich, willst du wirklich in der Bude arbeiten? Hier ist es voll stressig.
BEWERBER: Denk ich mir. Ich will eigentlich auch gar nicht, aber mein alter Herr hat gemeint, ich müsste mal was tun.
LEHRLING: Ach so …

Das Gespräch ebbt danach rasch ab. Nach rund 10 Minuten peinlichem Schweigen trifft endlich der Arbeitgeber ein. Ortswechsel? Fehlanzeige!

ARBEITGEBER: Hallo. Ich habe leider vergessen, Ihre Unterlagen auszudrucken. Wie heißen Sie noch mal?
BEWERBER: Kein Thema, Mann. Ich bin Joe (bietet dem verwirrten Arbeitgeber die Ghettofaust an).
ARBEITGEBER: Jaja, schon gut. Wann können Sie denn bei uns anfangen?
BEWERBER: Hey, langsam. Wie sieht’s denn bei dir mit Kohle aus?
ARBEITGEBER: Gute Frage. Ich hatte noch keine Zeit, einen Blick in den Kollektivvertrag zu werfen. Aber ja, Geld gibt es.
BEWERBER: Ist eh nicht so wichtig, mein Dad macht das schon. Aber was ist mit WLAN, damit ich meinen nächsten Hawaii-Urlaub checken kann? Und mit Partys, damit ich die Kolleginnen-Chicks bei euch für den Trip checken kann?
ARBEITGEBER: Ach ja, die Extras … ich muss leider sagen, dass ich damit gar nichts zu tun habe. Aber wir können gerne mal einen Kollegen fragen.
BEWERBER: Mit dem einen hab ich eh schon geredet, der findet es bei dir nicht so dufte. Aber egal, ich bin trotzdem an Bord. Hauptsache, du steckst mich irgendwo hin, wo es nicht zu hektisch ist.
ARBEITGEBER: Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob das mit uns gut geht – aber Sie sind der einzige Bewerber für den Job. Also gut, Sie haben die Stelle. Anfangen können Sie, wann immer Sie wollen. Am besten natürlich sofort.
BEWERBER: Geht klar, Mann. Ich schau in zwei, drei Wochen mal vorbei.

Dass unser Beispiel nicht zur Nachahmung empfohlen ist, erklärt sich von selbst. Aber was sollte man beim Bewerbungsgespräch beachten? Wir haben einen kleinen Leitfaden zusammengestellt:

  • Pünktlich zum Termin erscheinen, sich selbst mit Funktion vorstellen und für den Bewerber Zeit nehmen
  • Bewerbungsunterlagen schon vorher lesen und Grundinfos, beginnend beim Namen des Bewerbers, merken
  • Detaillierte Informationen über den Job (Starttermin, Bezahlung, Weiterbildung, sonstige Extras) parat haben, möglicherweise den Abteilungsleiter und einen Ansprechpartner aus dem zukünftigen Arbeitsbereich hinzuziehen
  • Keine Versprechungen (z. B. bezüglich Dienstplan oder Urlaub) machen, die man nicht einhalten kann
  • Den eigenen Betrieb authentisch darstellen, also ein traditionelles Hotel nicht als hippen Jugendtreff verkaufen – das Gleiche gilt für die „Mitarbeiterkultur“ im Unternehmen
  • Bewerbungsgespräch in einem eigenen Raum, in dem man ungestört ist – eventuell etwas zu trinken anbieten
  • Ein runder Tisch oder eine Anordnung übers Eck ist besser als eine frontale Sitzordnung
  • Dem Bewerber höflich und respektvoll begegnen
  • Nach dem Gespräch kurze Betriebsführung und Vorstellung des Teams

Darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, aus der Masse an potenziellen Arbeitgebern herauszustechen und sich im „War of Talents“ abzusetzen. Die Maßnahmen können von einer Bewerbermappe mit Informationen über die Besichtigung des Mitarbeiterhauses oder einen speziellen, namentlich gekennzeichneten Parkplatz bis hin zu einer Essenseinladung oder der Ersetzung der Fahrtkosten reichen. Überlegen Sie einfach, was in Ihrem Haus möglich und sinnvoll ist – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Warum wir solche „Zuckerl“ empfehlen? Weil angesichts der angespannten Personalsituation im Tourismus nichts wichtiger ist als eine gut positionierte Arbeitgebermarke. Im Idealfall kehrt ein Bewerber aufgrund der positiven Erfahrung zurück oder empfiehlt den Arbeitgeber weiter. Überhaupt „bewirbt“ sich der Arbeitgeber inzwischen eher beim Mitarbeiter als umgekehrt.

*** *** ***

NADINE LUZ, M.A.
HOGAST-Bereichsleiterin
Personaldienstleistungen
T: +43 (0)6246 8963 501
luz@hogast.at

Titelbild: iStock
4. September 2018
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