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Ein Leben mit „Forelle“ und Familie: Zu Gast bei Stefanie Aniwanter

Spektrum

HOGAST … das klingt nach einem schwer zu erfassenden Organisationskonstrukt. In Wirklichkeit ist die HOGAST ganz leicht zu erfassen. Sie ist die Summe der Menschen, die mit ihr und für sie arbeiten – Mitglieder, Lieferpartner und Mitarbeiter. Höchste Zeit also, ein paar dieser Menschen kennenzulernen. Den Anfang macht Stefanie Aniwanter, die uns in ihrem „Hotel am See – Die Forelle“ empfangen hat. Die junge Beirätin hat uns Einblicke in ihre persönliche Vergangenheit und Gegenwart, das Leben als Geschäftsfrau und Mutter im Tourismus und ihre privaten und beruflichen Zukunftspläne gegeben. Im plus.punkt präsentieren wir Auszüge aus einem sehr offenen und humorvollen Gespräch.

Über Ihre Leidenschaft für Hotellerie und Gastronomie:
„Ich bin hier hineingeboren worden. Alles, was andere an dieser Branche stört, dass man zum Beispiel arbeitet, wenn andere freihaben, habe ich nie anders gekannt. Ich vermisse deshalb auch nichts.“

Über den Millstätter See:
„Der See hat meine Kindheit und Jugend geprägt. Wir hatten als Kinder ein Freibecken – da sind wir nach dem Mittagessen rein und erst beim Sonnenuntergang wieder raus. Noch heute hat der Millstätter See für mich eine ganz besondere Bedeutung, sei es durchs Schwimmen im See, den Sport rund um den See oder einfach das Rausschauen auf den See. Außerdem haben wir eine eigene Fischerei.“

Der Millstätter See hat Stefanie Aniwanters Kindheit und Jugend geprägt. Jetzt prägt er auch ihr Berufsleben. – Foto: Hotel am See – Die Forelle

Über das Leben als „Hotelkind“:
„Wir hatten ein tolles Kindermädchen, wenn die Eltern arbeiteten. Aber trotzdem waren sie immer da. Wir haben gemeinsam gefrühstückt, gemeinsam zu Mittag und auch zu Abend gegessen. Und wenn meine beiden Schwestern oder ich die Mama und den Papa mal sehen wollten, durften wir jederzeit ins Büro. Zum damaligen Kindermädchen haben wir übrigens bis heute Kontakt. Das Thema Tourismus hat in der Phase noch keine Rolle gespielt. Auch später haben uns unsere Eltern nie zu etwas gedrängt. Gleichzeitig sind sie immer sehr offen mit dem Thema umgegangen: Wir haben genau mitgekriegt, was die positiven und negativen Seiten dieses Berufs sind und was auf uns an Verantwortung zukommen würde, falls wir die ‚Forelle‘ übernehmen.“

Über ihren beruflichen Werdegang:
„Ich wollte schon in meiner Hauptschulzeit Köchin werden. Meine Eltern haben mir geraten, eine Hotelfachschule zu machen, damit ich mehr Rundum-Wissen habe. Ich habe mich für die Gastgewerbe-Fachschule in Wien entschieden und dort auch alle anderen Aspekte der Gastronomie kennen und lieben gelernt. Nach der Schule war ich lange auf Saison – am Arlberg, in Kitzbühel, in Hinterglemm und auch in Schottland. Es war eine schöne und lehrreiche Zeit.“

Über die Entscheidung, das elterliche Hotel zu übernehmen:
„Irgendwie habe ich mich in meiner ganzen Zeit im Ausland immer nach meinem Zuhause gesehnt. Schließlich bin ich schon mit 14 weg von daheim. Irgendwann war der Entschluss dann klar. Ich hatte die Chance, einen gesunden Betrieb an einem wunderschönen Ort zu übernehmen. Dann habe ich noch die Unternehmerakademie der ÖHV absolviert, und vor vier Jahren war die Gelegenheit günstig, die Übergabe zu vollziehen.

Bei uns ist das recht unproblematisch gegangen. Meine Schwestern haben ohnehin vom Tourismus wegtendiert und waren dankbar, dass ich die „Forelle“ übernehme. Das sagen sie mir auch immer wieder, obwohl eine in die Branche zurückgekommen ist und heute die Pension unserer Tante in Tirol leitet. Die zweite ist Bauingenieurin.

Ich selber hatte nie berufliche Interessen außerhalb der Hotellerie. Außer mit vier Jahren, da wollte ich Tierärztin werden, wie jedes kleine Mädchen, das Tiere mag. Aber das war wohl kein ernstzunehmender Berufswunsch. Die Frage war also immer nur, ob ich in die große weite Welt hinausgehe oder nach Hause komme. Im Nachhinein betrachtet, wenn ich mir die ‚Forelle‘ und die Gegend hier ansehe: Blöd wäre ich gewesen, wenn ich nicht nach Hause gekommen wäre.“

Über die „Forelle“ und ihre Mitarbeiter:
„Wir haben ein langjähriges Stammteam, bei dem man die enge Verbundenheit mit unserem Betrieb und unserer Familie spürt. Einige haben mich noch als Kind erlebt – für die war es schon eine Umstellung, dass aus dem Kind von damals die Chefin von heute geworden ist. Aber wir sind da alle gut reingewachsen. Eine gewisse Hierarchie gibt es natürlich in jedem Betrieb. Aber es ist nicht schlimm, wenn man sich nach dem Dienst auf einen Kaffee zusammensetzt. Ansonsten gilt das, was mein Papa immer gesagt hat: Wenn du Chef bist und jemandem seinen Job nicht erklären kannst, wie soll er ihn dann richtig machen? Für mich heißt das, dass ich dort helfe, wo es nötig ist. Vor unserem Gespräch habe ich zum Beispiel Wäsche zusammengelegt, damit ich meinen Zimmermädchen freigeben konnte.“

Über Ihre neue Rolle als Mutter:
„Mein Sohn Constantin ist neun Monate alt. Vor allem in der ersten Phase nach seiner Geburt waren unsere Mitarbeiter und meine Eltern große Stützen für mich. Sie haben mir viel Arbeit abgenommen, sodass ich mich auf das Erlebnis, Mutter zu sein, konzentrieren konnte. Seit ein paar Monaten haben wir jetzt ein Kindermädchen, das sich ein paar Stunden am Tag um Constantin kümmert. Ich packe dann halt einen ganzen Arbeitstag in ein paar Stunden rein, aber das geht schon irgendwie. Mein Sohn wird jedenfalls immer an erster Stelle stehen – so wie es bei meinen Eltern und uns war.“

Dank Selbstvertrauen und Fachwissen hat Stefanie Aniwanter kein Problem, sich als Frau im Tourismus zu behaupten. – Foto: Franz Neumayr

Über das „Frau-Sein“ in der Männerwelt Tourismus:
„Das ist in unserer Branche sicher noch ein Thema, da muss man sich nichts vormachen. Aber für mich selbst war es nie relevant, weil ich mir viel Branchen-Know-how erarbeitet habe und dadurch auch immer respektiert und ernst genommen worden bin.

Auch im HOGAST-Beirat war es so: Die Herren dort hatten am Anfang einen gewissen Beschützerinstinkt. Das war irgendwie charmant. Aber es war trotzdem eine innerliche Befriedigung, dass dann alle rasch gemerkt haben, dass ich auch was auf dem Kasten habe.“

Über die HOGAST:
„Der Name HOGAST ist mir schon lange geläufig. Ich erinnere mich, wie oft meine Mama zu irgendjemandem gesagt hat: ‚Rechnet der nicht über die HOGAST ab?‘ oder ‚Kriegst das nicht über die HOGAST?‘ Später, als ich unser Hotel gemeinsam mit meinen Eltern geführt habe, war ich unter anderem für den F&B-Einkauf zuständig. Dadurch ist mein Kontakt mit der HOGAST immer enger geworden. Und noch mehr habe ich mich in das Thema hineingekniet, nachdem ich gefragt worden bin, ob ich Beirätin werden will.“

Ich habe diese Aufgabe dann gerne übernommen, weil ich neue Herausforderungen immer annehme. Anfangs war vor allem Dietmar Krenn eine große Stütze für mich. Er hat als Beirat und ehemaliger Aufsichtsrat viel HOGAST-Erfahrung. Außerdem hat er mir einiges über die Geschichte unserer Genossenschaft erzählt – das hat meine emotionale Bindung zur HOGAST noch gestärkt.“

Über die HOGAST-Familie:
„Die gibt es tatsächlich. Vor allem die Bad Kleinkirchheimer Beiräte Dietmar Krenn und Walter Bachler sind extrem wichtig für mich geworden. Auch bei uns in der Einkaufsgruppe ziehen alle an einem Strang, da sind ebenfalls Freundschaften entstanden.

Deshalb hat es mir auch ein bisschen wehgetan, dass ich 2018 erstmals seit Langem nicht beim HOGAST-Symposium dabei sein konnte. Nur bei der Beiratstagung war ich – währenddessen sind meine Mama und meine Tante mit Constantin in Salzburg spazieren gegangen und haben die Getreidegasse leergekauft.“

Über das „Hotel am See – Die Forelle“ und das Restaurant „Das Stefanies“:
„Es war sicher nicht mein Bestreben, dass das Restaurant nach mir benannt wird. Ich stehe gar nicht so gern im Mittelpunkt. Es ist eher aus einem Scherz heraus entstanden. Mein Verlobter Andreas hat den Namen mal eingeworfen. Anfangs war er nur der Arbeitstitel, aber irgendwie hat das am nettesten geklungen.

Bei der „Forelle“ arbeiten wir derzeit gemeinsam mit tollen Partnern an einem Masterplan. Wir wollen unsere Marke und unsere Positionierung neu definieren und uns auch baulich und angebotstechnisch weiterentwickeln. Erste Ergebnisse dieses Prozesses sollten schon in zwei Jahren zu sehen sein.“

Über Veränderungen in der Tourismusbranche:
„Das Familienabendessen ist uns heilig, da sitzen wir nach wie vor alle beisammen und sprechen viel über die Vergangenheit. Einiges ist vor allem für meinen Vater schwer zu verstehen: dass wir zum Beispiel vor zwei Jahren die Fünf-Tage-Woche für unsere Mitarbeiter eingeführt haben, während er selbst jahrein, jahraus sieben Tage in der Woche gearbeitet hat. Oder dass die Leute früher ein Jahr im Voraus gebucht haben und heutzutage alles so kurzfristig passiert.#

Um ein paar Dinge beneide ich meine Eltern aber schon. Die Arbeit war zu ihrer Zeit unbürokratischer. Ich verbringe viel Zeit mit Papierkram, will das aber auch nicht an meine Mitarbeiter delegieren, weil mir lieber ist, dass sie sich um die Gäste kümmern.“

Über private Zukunftspläne:
„Ich reise leidenschaftlich gerne und will irgendwann mal auf jedem Kontinent gewesen sein. Ich will Andreas und Constantin unbedingt mal das kleine Dorf im Norden Schottlands zeigen, in dem ich eine wunderschöne Zeit verbracht habe. Da gibt es nur Schafe, ein bissl Wald und das schöne Golfhotel, in dem ich als Direktionsassistentin gearbeitet habe. Die USA, Australien, Neuseeland und eine Schiffsreise ans Nordkap stehen auch auf der Liste der Reiseziele.

Außerdem habe ich ein sportliches Ziel: Ich möchte ohne E-Bike auf die Millstätter Hütte raufkommen, das sind etwa 1.300 Höhenmeter. Vor der Schwangerschaft hätte ich das fast schon geschafft – jetzt wird’s halt noch ein wenig dauern.“

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Video zum Thema:
https://tinyurl.com/Frau-Aniwanter-im-Gespraech

 

Titelbild: Franz Neumayr
17. Mai 2019
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