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Ein nachhaltiges Gebäude – seit 2009

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Die HOGAST-Gruppe will nicht nur andere zu mehr Nachhaltigkeit animieren, sie geht mit gutem Beispiel voran. Bester Beweis ist die 2009 errichtete Zentrale in Anif-Niederalm, wenige Kilometer südlich der Stadt Salzburg. Das Gebäude wurde nachhaltig geplant und umgesetzt und kam auf eine CO2- und Energie-Bilanz, die auch 12 Jahre später kaum vin einem Neubau erreicht wird.

DIE VISION

„Ich kann mich noch an die Zeit in Wals erinnern. Der Sitzungsraum war im Keller, die Drucker sind im Windfang gestanden und die Mitarbeiter teilweise in den Gängen gesessen“, erzählte Walter Veith, der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende der HOGAST, einst in einem plus.punkt-Interview. Der Grund war eigentlich erfreulich: Die Einkaufsgemeinschaft hat viele neue Mitglieder überzeugt, der Personalbedarf ist damit ebenfalls gestiegen – und ein Ende des Wachstums war nicht in Sicht.

Veiths Vorvorgänger Jakob Platzer gab daher den Anstoß, ein neuartiges Bürogebäude zu bauen, das hinsichtlich Nachhaltigkeit ein Referenz- und Vorzeigeprojekt werden sollte. Um technische Grenzen auszuloten und gleichzeitig kaufmännisch im Rahmen zu bleiben, wurden die Experten von „Arsenal Research“ hinzugezogen. Ziel war ein Gebäude, in dem die gesamte interne Abwärme wiederverwendet wird, sodass möglichst wenig Heiz- und Kühlenergie nötig ist.

DIE UMSETZUNG

Foto: HOGAST

Der Baukörper der HOGAST-Unternehmenszentrale wurde in Stahlbauweise mit 20 cm Isolierung durchgeführt. Die eingebauten Wärmeschutzfenster sind genauso transparent wie normale Fenster, haben also keine farbigen oder spiegelnden Beschichtungen, lassen aber trotzdem nur 30 Prozent der Sonnenenergie in das Gebäude. Das verringert den Kühlbedarf. Um die Kühlung weiter zu erleichtern, wurden alle Fenster mit Rollos ausgestattet, die über eine automatische, sonnenstandabhängige Steuerung betrieben werden.

Die Wärme- und Kälteverteilung erfolgt über ein Rohrleitungssystem in den Betondecken. Geheizt wird primär über eine Grundwasserwärmepumpe, gekühlt ausschließlich mittels Grundwasser (Energieeinsparung gegenüber herkömmlicher Kühlung: über 90 Prozent!). Zur Kühlung des gesamten Gebäudes werden nur zwei Pumpen mit einer Leistung von etwa 5 kW benötigt. Zusätzlicher Vorteil: Die Kühlung erfolgt ohne Zugluft. Die Server werden ebenfalls mit Grundwasser gekühlt; in der Heizperiode wird die Abwärme der Server zum Heizen verwendet.

Die Lüftungsanlage des Gebäudes dient nur für den hygienischen Luftaustausch, der zweimal pro Stunde erfolgt, nicht für die Kühlung. Das Lüftungsgerät ist mit einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ausgestattet (ca. 90 Prozent Wirkungsgrad), sodass die Frischluft selbst im Winter nicht zusätzlich aufgeheizt werden muss. Die eingesetzten Luftfilter haben bei gleicher Filterleistung einen sehr niedrigen Strömungswiderstand, wodurch auch hier im laufenden Betrieb die Energiekosten sinken.

Auf dem Dach des Gebäudes ist eine Fotovoltaik-Anlage mit ca. 12 kW Leistung installiert. Die Anlage ist so dimensioniert, dass der gesamte erzeugte Strom selbst verbraucht wird. Das Gebäude wird mit Ökostrom versorgt.

DER ARBEITSALLTAG

Sämtliche EDV-Hardware an den Arbeitsplätzen ist energieeffizient. Die Steckdosen für EDV-Hardware und Drucker werden in der Nacht zentral abgeschaltet, um auch den Standby-Energieverbrauch der Geräte zu eliminieren. Die Arbeitsplatzbeleuchtung ist mit Präsenzsensoren und automatischer Dimmung versehen. Sie schaltet sich nach wenigen Minuten ab, wenn ein Mitarbeiter den Arbeitsplatz verlässt, und wird automatisch gedimmt, wenn genug Tageslicht vorhanden ist. Auch die Beleuchtung in den Gängen schaltet sich automatisch ab.

Im gesamten Gebäude gibt es nur mehr vier Drucker, alle Arbeitsplatzdrucker wurden eliminiert. Die Druckjobs werden erst nach Identifizierung des Mitarbeiters über einen Fingerprintscanner aktiviert. Das senkt die Anzahl der Ausdrucke und damit den Energieverbrauch, da nur wirklich benötigte Dokumente gedruckt werden.

Eine vorgeschaltete Osmoseanlage verringert den Chemikalienverbrauch des Geschirrspülers in der Mitarbeiterküche. Ein Teil der Grünfläche vor dem Haus dient mittlerweile als Bienenwiese.

DER ERFOLG

Fünf Jahre nach der Errichtung wurde die Zentrale der HOGAST-Unternehmensgruppe einer Blue-Building-Zertifizierung nach DGNB-Standard unterzogen. Die Bewertung erfolgt nicht nur nach Energieeffizienz, sondern gesamtheitlich unter Einbeziehung ökologischer, ökonomischer und auch soziokultureller Aspekte. Unsere Zentrale erhielt den „DGNB Standard GOLD“ – nur eine Handvoll Objekte in ganz Österreich haben diese Zertifizierung bisher erreicht.

Kommentar der Blue-Building-Auditoren: „Etliche Gebäude, die gezielt zur Erlangung eines Gold-Zertifikats geplant wurden, haben diese Auszeichnung nicht erlangt. Bei der HOGAST-Gruppe wurde nicht darauf hingearbeitet und dieser Standard trotzdem erreicht. Dies zeigt, wie zukunftsweisend das am Beginn des Projekts entwickelte Konzept war bzw. immer noch ist.“

Dieser Befund gilt bis heute. Laut Studie von „Arsenal Research“ verzeichnet die HOGAST-Gruppen-Zentrale gegenüber Standard-Bürogebäuden mit konventioneller Klimaanlage und Gasheizung 61 Prozent weniger CO2-Ausstoß und 71 Prozent weniger Energieverbrauch.

 

Titelbild: HOGAST
6. September 2021
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