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Familie Scheiblauer hat zwei Wege nach Rom gefunden

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ENTGEGEN DER ANTIKEN SPRUCHWEISHEIT FÜHREN NICHT ALLE WEGE NACH ROM, UND DOCH GIBT ES FÜR DIE MEISTEN HERAUSFORDERUNGEN MEHR ALS EINE LÖSUNG. EIN BEISPIEL SIND DIE BETRIEBE VON JOHANNES UND CHRISTIANE SCHEIBLAUER: ZWEI BEKANNTE SEMINAR-HOTELS IN NIEDERÖSTERREICH, IN DENEN IM FEBRUAR UND MÄRZ JEWEILS EINE GROSSE ZIMMERRENOVIERUNG ANSTAND. DIE VORDERGRÜNDIG SEHR ÄHNLICHEN PROJEKTE WURDEN KOMPLETT UNTERSCHIEDLICH AUSGEFÜHRT – AUS GUTEM GRUND.

Auf den ersten Blick haben das RelaxResort Kothmühle und das Schloss an der Eisenstraße viel gemeinsam. Doch das Ehepaar Scheiblauer sieht auch große Unterschiede und hat versucht, diese Unterschiede mit der Neugestaltung noch deutlicher herauszuarbeiten. „Die Kothmühle hat nicht umsonst die Mostbirne als Symbol. Sie ist sehr naturverbunden, die Gäste haben eine große Gartenlage, und innen herrschen zurückhaltende Farben vor. Das Schloss ist ein Stück weit urbaner und von der Tonalität her lauter. Das spiegelt sich auch in den neuen Zimmern wider“, erklärt Johannes Scheiblauer.

GENERALUNTERNEHMER UND EINZELAUFTRÄGE

Die Positionierung ist aber nicht das einzige, was die beiden Mostviertel-Leitbetriebe voneinander trennt. Die alte Mühle wurde erst vor 50 Jahren zum Hotel ausgebaut, die Grundrisse der Gästezimmer sind weitgehend identisch. Dagegen sieht im Schloss an der Eisenstraße jedes Zimmer anders aus – und dabei bleibt’s, denn beim denkmalgeschützten Gebäude sind nur sehr behutsame bauliche Eingriffe möglich. Das hat sich auf die Projektabwicklung ausgewirkt: Während in der Kothmühle der Generalunternehmer Appia zum Zug kam, hat man im Schloss Einzelgewerke beauftragt, die nach den Plänen von Architektin Birgit Kalteis gearbeitet haben.

Foto: RelaxResort Kothmühle

„Auch bei den ausführenden Firmen haben wir alle Aufträge gesplittet“, ergänzt Johannes Scheiblauer. „Die Arbeit an beiden Häusern hätte die Gewerke sicherlich überfordert, zumal wir auch einen sehr engen Zeitplan hatten.“ Das gilt vor allem für das Schloss, wo die Renovierung der 31 Zimmer im Schlosstrakt nicht einmal einen Monat gedauert hat. Durch die Aufsplittung haben die Auftraggeber und die HOGAST wie schon beim letzten großen Umbau vor fünf Jahren viele lokale Unternehmen glücklich gemacht. Für Scheiblauer „ein schöner Nebeneffekt. Aber der Hauptgrund war der große Ressourcenaufwand.“

VIEL ARBEIT FÜR HOGAST-BERATER

Apropos HOGAST: Auch für Projektberater Herbert Reisinger hatte die unterschiedliche Auslegung der Projekte spürbare Auswirkungen. Während er in der Kothmühle vor allem in der Angebotsphase und für die Endabnahme und Rechnungskontrolle gebraucht wurde, war er im Schloss an der Eisenstraße auch in der Bauphase stark involviert und oft vor Ort. „Da hat er sicher viel Arbeit mit uns gehabt, die er aber in gewohnter Manier sehr gut und professionell erledigt hat“, lobt Johannes Scheiblauer den HOGAST-Experten.

Foto: Schloss an der Eisenstraße

Für ästhetische Details war wie immer Christiane Scheiblauer zuständig. „Ich bin mehr der Kaufmann in der Familie, stelle mir also die Frage, warum wir umbauen und was wir damit erreichen wollen. Farbe, Formen und Material sind mir nicht so wichtig – dafür hat meine Frau hier ein sehr gutes Auge.“ Kommen sich der Wirtschafter und die Gestalterin oft in die Quere? „Eigentlich nie“, schmunzelt der frühere HOGAST-Aufsichtsratsvorsitzende, „dazu arbeiten wir schon zu lange zusammen. Wir sind ein sehr gut eingespieltes Team.“

FOLKLORE HIER, ROMANTIK DA

Im Endeffekt erhielten die neuen Zimmer in der Kothmühle einen folkloristischen Anstrich; hier haben die Scheiblauers außerdem die Vorteile eines im Vorhinein gebauten Musterzimmers kennengelernt („dadurch konnten wir noch einiges optimieren“). An der Eisenstraße stand das Thema Romantik im Vordergrund. Die Besucher sollen spüren, dass sie sich in einem alten Schloss befinden. Allerdings setzte man nicht auf Prunk, sondern auf eine spezielle Atmosphäre, die von den Zimmern ausgehen sollte.

Foto: Schloss an der Eisenstraße

Technische Spielereien wären hier natürlich fehl am Platz gewesen. Aber auch in der Kothmühle hat Johannes Scheiblauer darauf verzichtet. „Spielereien bedeuten meistens, dass etwas komplizierter wird, als es sein muss. Der Gast will sich mit so etwas aber nicht beschäftigen und die Geräte im Zimmer ohne Anleitung bedienen können. Moderne Technik ist schön und gut, sie macht aber nur Sinn, wenn sie den Menschen das Leben leichter macht.“ Bei den Fernsehern ließ sich der Gastgeber trotzdem nicht lumpen und stattete alle neuen Räume mit 55-Zoll-Geräten aus, die teilweise sogar als Raumtrenner fungieren. „Die Preise in dem Bereich sind mittlerweile so niedrig, dass man hier keine Kompromisse mehr eingehen muss, sondern die Größe nehmen kann, die zu den Zimmern passt.“

ARBEITSSCHRITTE ZUSAMMENGELEGT

Dass wie schon 2015 in beiden Betrieben gleichzeitig ein großer Umbau stattfand und die Gesamtkosten wie damals im siebenstelligen Bereich lagen, war ursprünglich nicht geplant. „In der Kothmühle ging’s vor allem um die Klimatisierung. Wir haben gemerkt, dass die Klimaerwärmung gerade bei uns auf 310 Metern Seehöhe deutlich spürbar ist. Gleichzeitig nimmt die Bereitschaft der Menschen, Hitze zu ertragen, ständig ab. Heutzutage hat jeder ein klimatisiertes Auto und ein klimatisiertes Büro, deshalb erwarten die Gäste auch ein klimatisiertes Hotel.“ Es hätte jedoch wenig Sinn gehabt, in allen Zimmern eine Klimaanlage einzubauen und einige dieser Zimmer zwei Jahre später zu renovieren.

Daher wurden beide Arbeitsschritte zusammengelegt. „Unabhängig davon bin ich ein Freund von Großprojekten, weil man ein Hotel auf diese Weise besser weiterentwickeln kann. Daher besser selten und groß als oft und klein.“

Nachden durch den Lockdown bedingten Verzögerungen liegen Johannes Scheiblauer mittlerweile auch Rückmeldungen seiner Gäste vor. „Das Feedback zu den Zimmern, auch auf den Bewertungsplattformen, ist noch einmal besser als vor dem Umbau. Das war unser vorrangiges Ziel.“ Er selbst ist ebenfalls zufrieden: „Es hat sich gezeigt, dass sowohl die Arbeit mit einem Generalunternehmer als auch die Abwicklung eines Projekts mit Einzelgewerken sehr gute Ergebnisse bringen kann, vor allem dann, wenn man die HOGAST-Projektberatung nutzt. Ich habe mich für dieses Service schon als Genossenschaftsfunktionär sehr eingesetzt, wickle alle Projekte mit der HOGAST ab und kann das auch allen Kollegen empfehlen.“

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Bauprojekte und Corona

COVID-19 hat der Tourismus-branche in vielerlei Hinsicht zugesetzt. Auch die Bauprojekte im RelaxResort Kothmühle und im Schloss an der Eisenstraße litten unter der Pandemie, wenn auch im zweiten Fall nur indirekt. „Im Schloss waren wir kurz vor dem Lockdown de facto fertig, da waren während der Krise nur noch diverse Nacharbeiten zu erledigen. Es war nur insofern ein Ärgernis, weil wir uns beim Umbau mehr Zeit lassen hätten können“, erinnert sich Hausherr Johannes Scheiblauer. Das Schloss in Waidhofen/Ybbs öffnete erst am 2. Juli seine Pforten.

Schon am 29.05. wurde die Kothmühle wiedereröffnet, deren Renovierung durch Corona deutlich verlangsamt wurde. Statt wie geplant am 5. April wurde das Projekt erst am 10. Mai beendet. „Da waren wir noch immer im Lockdown, im Sinne der Vermarktung und des Verkaufs hat es also keinen Unterschied gemacht. Es hat uns aber viele Nerven gekostet.“

Der Auftraggeber räumt auch ein: „Hätten wir gewusst, dass uns eine Pandemie mit all ihren Folgen trifft, hätten wir einen so großen Umbau natürlich nicht gemacht. Gleichzeitig sind wir froh, dass wir das Projekt hinter uns gebracht haben und den Gästen ein hervorragendes Produkt anbieten können.“

HERBERT REISINGER
Projektberatung Wien, Nieder- und Oberösterreich,
nördliches Burgenland, Ennstal
T: +43 664 88434948
herbert.reisinger@hogast.at

 

Titelbild: Schloss an der Eisenstraße
13. Oktober 2020
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