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Nadine Luz: „Personalplanung rasch angehen“

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Nach vielen Monaten des Stillstands geben Öffnung und bevorstehende Sommersaison der Tourismusbranche in Österreich neue Hoffnung. Doch damit holt die Betriebe auch ein altbekanntes Problem ein: Woher geeignetes Personal nehmen? Im plus.punkt-Interview spricht die HRM-Expertin der HOGAST, Nadine Luz, über die aktuelle Situation am touristischen Arbeitsmarkt und mögliche Lösungen.

Foto: HOGASTJOB/Getty Images

FRAU LUZ, VIELE ARBEITSMARKTEXPERTEN BEFÜRCHTEN, DASS CORONA IN DER HOTELLERIE UND GASTRONOMIE NICHT NUR WIRTSCHAFTLICHE, SONDERN AUCH PERSONELLE SPUREN HINTERLASSEN WIRD. TEILEN SIE DIESE EINSCHÄTZUNG?

NADINE LUZ: Entsprechende Umfragen und Statistiken sprechen jedenfalls dafür. Es wird schwer sein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzugewinnen, die übergangsweise in anderen Berufszweigen zu arbeiten begonnen haben. Der Trend kann sich nur dann wieder umkehren, wenn die Folgen der Pandemie auch in anderen Wirtschaftszweigen zu spüren sind, die Arbeitslosigkeit also allgemein steigt und sich Hotellerie und Gastronomie schneller erholen als andere Branchen.

Ein positiver Aspekt ist vielleicht, dass die Abwanderungswelle durch den Lockdown vor der Wintersaison wesentlich stärker war als danach. Auch in unserer Abteilung in der HOGAST haben wir festgestellt, dass die Anfragen von Bewerbern wieder etwas mehr werden – die ganz große Frustration ist einer neuen Hoffnung gewichen, dass es bald wieder losgeht.

KURZFRISTIG MUSS MAN ABER DAMIT RECHNEN, DASS SICH DIE PERSONALSITUATION IM TOURISMUS WEITER VERSCHÄRFT?

Es ist immer schwierig, hundertprozentige Prognosen zu stellen. Aber die Mitarbeitersuche war für Hotels und Gaststätten schon bisher ein schwieriges Thema, und dass sich die Situation aufgrund der aktuellen Ereignisse nicht verbessert hat, ist auch klar.

Ein großer Vorteil der Branche war immer die Sicherheit. Wenn man hier tätig war, sei es ganzjährig oder saisonal, gab es immer genügend Jobangebote. Dieser Vorteil hat sich durch COVID-19 und die Folgen ins Gegenteil verkehrt: Man weiß nicht, ob es nach der Sommersaison auch eine einigermaßen normale Wintersaison gibt oder wann und in welchem Ausmaß der internationale Reiseverkehr wieder anläuft. Es gibt also sehr wenig Planungssicherheit. Das ist nicht nur für die Arbeitgeber ein Riesenproblem, sondern auch für die Arbeitnehmer.

ES BEDÜRFTE SO GESEHEN ALSO EINER GEMEINSAMEN KRAFTANSTRENGUNG DER GESAMTEN BRANCHE, UM VERLORENES TERRAIN AM ARBEITSMARKT GUTZUMACHEN …

Vor allem muss es mal politische Maßnahmen geben, um die verlorene Planungssicherheit wiederherzustellen, so schwierig das auch sein mag. Warum sollte jemand für eine wackelige Wintersaison einen einigermaßen gut bezahlten Job in einer krisensicheren Branche aufgeben, um wieder im Hotel oder Restaurant zu arbeiten? Die Leute müssen schließlich ihr eigenes Leben finanzieren, haben oft auch Familien. Deshalb ist ganz klar, dass sie sich im Zweifelsfall für die finanziell sichere Variante entscheiden, auch wenn ihr Herz am Tourismus hängt.

WAS KANN DER EINZELNE BETRIEB IN DIESER SITUATION TUN, VOR ALLEM MIT BLICK AUF DIE ANSTEHENDE SOMMERSAISON?

Es wird eine große Nachfrage nach den verbleibenden Fachkräften geben, daher sollte man die Personalplanung rasch angehen. Man hat ja schon einen Sommer mit Corona erlebt und kann auf dieser Erfahrung aufbauen, auch was das Arbeitsvolumen und den Personalbedarf betrifft. Das heißt, jeder Gastgeber sollte sich überlegen, welche Positionen er besetzen muss, und diese Positionen rechtzeitig ausschreiben. Wenn dann alle anderen ebenfalls beginnen, Mitarbeiter zu suchen, kann man so auf Kandidaten zurückgreifen, mit denen man zumindest schon mal gesprochen hat. Man muss die Bewerber ja nicht gleich den Arbeitsvertrag unterschreiben lassen, kann ihnen aber zumindest die Zusage geben, dass sie starten können, sobald es die Situation erlaubt.

FÜR DEN RICHTIGEN ZEITPUNKT DER AUSSCHREIBUNG UND DEN RICHTIGEN KANAL GIBT ES KEIN PATENTREZEPT. ABER DIE HOGAST KANN SICHER DIE EINE ODER ANDERE „ZUTAT“ LIEFERN?

Foto: HOGASTJOB/Getty Images

Absolut, zuallererst unsere eigene Online-Plattform HOGASTJOB. Wir haben dieses Portal bereits 2020 umgestaltet und optimiert und sind mit dem Resultat sehr zufrieden. Wir haben eine Bewerberdatenbank mit Jobsuchenden aus ganz Österreich und darüber hinaus. Man kann unbegrenzt Stellen ausschreiben, und das zu wesentlich besseren Konditionen als bei vergleichbaren Anbietern.

Darüber hinaus haben wir Partner, dank derer wir Inseratenkampagnen individuell und regional abstimmen können. Als zusätzliche Maßnahme neben HOGASTJOB ist das sicher sinnvoll. Je mehr Reichweite, desto besser.

EINE WEITERE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE MITGLIEDER UND DAMIT AUCH FÜR DIE HOGAST WIRD SEIN, KURZFRISTIGE PERSONALLÖSUNGEN ZU FINDEN. WAS ALSO TUN?

Der verschärfte Personalmangel kann dazu führen, dass keine Zeit für die systematische Mitarbeitersuche mehr bleibt und man rasche Lösungen braucht. Hier haben wir vorgesorgt und im März „NEXT STEP“ als Lieferpartner gewonnen. Es handelt sich um ein Unternehmen, das auf die Tourismus-Branche spezialisiert ist, auch bereits mit einigen HOGAST-Mitgliedern zusammenarbeitet und neben der Vermittlung auch die Personalüberlassung anbietet. Das ist somit die perfekte Adresse, wenn es schnell gehen muss.

SIE BETREUEN HOGASTJOB AUCH BEWERBERSEITIG. WIE IST DIE STIMMUNGSLAGE DORT?

Nicht nur das, wir beobachten die Stimmung der Gastro-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter auch in vielen Social-Media-Gruppen. Die scharren natürlich schon mit den Hufen und warten, dass sie endlich wieder loslegen können.

Haben Sie Fragen zum Thema Personal und Personalmanagement oder suchen Sie nach der besten Lösung für Ihre Mitarbeitersuche? Die Personaldienstleistungsabteilung der HOGAST nimmt sich gerne Zeit.

Sie erreichen Nadine Luz unter +43 (0)6246 8963 501 oder luz@hogast.at.

Titelbild: Neumayr/LEO
25. Mai 2021
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