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Nicht auf die Mitarbeiter vergessen

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„Wie nachhaltig ist ihr Betrieb?“ Die meisten Unternehmer beantworten diese Frage mit Verweis auf Umweltschutz, erneuerbare Energieträger oder Regionalität. Kaum einer thematisiert die Maßnahmen im Personalbereich. Doch der schonende Umgang mit Ressourcen – und nichts anderes bedeutet Nachhaltigkeit – schließt die Mitarbeiter ein. Zumal auch das eine (Human) Ressource ist, die bei unvorsichtiger Handhabung rasch versiegen kann.

Die Mitarbeiterführung hängt eng mit anderen Aspekten der Nachhaltigkeit zusammen. Denn egal ob der bewusste Einkauf, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, die Beschränkung des Papierverbrauchs im Büro oder Energiespar-Vorkehrungen: Alle Maßnahmen müssen von den Menschen im Betrieb verwirklicht werden. Menschen, die sich mit dem Unternehmensleitbild identifizieren und motiviert sind, es umzusetzen. Menschen, die idealerweise langfristig im Betrieb bleiben und helfen, den Nachhaltigkeitsprozess voranzutreiben.

DER ZUTATEN-MIX

„Ziel der Nachhaltigkeit im Personalbereich ist, so wenig Fluktuation wie möglich zu erreichen“, schildert Nadine Luz, die HRM-Expertin der HOGAST-Gruppe. Ein Patentrezept, um dieses Ziel zu erreichen, gebe es nicht, sehr wohl aber individuelle Strategien. Daraus wiederum lassen sich viele mögliche Maßnahmen und Ziele ableiten. Beispiele:

  • marktkonformes Gehalt
  • soziale Aspekte wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • wertschätzender Umgang
  • persönliche und fachliche Weiterbildungsmöglichkeiten
  • harmonische Zusammensetzung des Teams
  • Sicherheit am Arbeitsplatz, sowohl bezogen auf Gesundheitsmaßnahmen (inklusive COVID-19-Prävention) als auch auf intakte Arbeitsgeräte und -materialien

Am Ende steht mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz, dadurch auch eine höhere Arbeitsqualität und letztlich die langfristige Bindung des
Personals.

AUCH FLUKTUATION KOSTET GELD

Die Fachfrau ist davon überzeugt, dass es sich lohnt, dafür Zeit und möglicherweise auch Geld zu investieren. „Es ist verständlich, dass man nach Corona gewisse finanzielle Abstriche machen muss. Der Trend, vorzugsweise beim Personal, und hier wiederum vor allem bei Schulungen, zu sparen, sollte im Sinne der Nachhaltigkeit aber kein langfristiger werden.“ Entscheidend ist die Frage, wie man sich als Arbeitgeber positionieren will – einige Maßnahmen, die sich daraus ergeben, sind mit finanziellem oder zeitlichem Aufwand verbunden, andere lassen sich aber rasch umsetzen und kosten kaum etwas. „Außerdem“, gibt Luz zu bedenken, „kostet eine hohe Mitarbeiter-Fluktuation auch Zeit und Geld.“

Klar ist jedoch auch: Ganz ohne Recruiting geht’s nie. Wenn Teams verändert oder aufgestockt werden, kommt es auf die langfristige Planung an. Man sollte sich, soweit möglich, lange im Vorhinein überlegen, welche Richtung man mit einem Unternehmen einschlagen will und was das für die Entwicklung des Mitarbeiterbedarfs bedeutet. Und man muss auch darüber nachdenken, ob neue Anforderungen durch vorhandenes Personal abgedeckt werden können (eben über den Weg der Fortbildung) oder neue Fachkräfte in den Betrieb geholt werden.

Schlusswort von Nadine Luz: „Nachhaltigkeit sollte auch im Personalbereich gelebt werden. Zum einen bedeutet das, Bewerber über die nachhaltige Ausrichtung des Unternehmens und Maßnahmen in diesem Bereich zu informieren, zum anderen ist das Human Resource Management selbst ein wichtiger Faktor. Beides zusammen macht Betriebe als Arbeitgeber noch attraktiver.“

QUELLEN ZUM ZUSAMMENHANG VON PERSONAL UND NACHHALTIGKEIT:

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PERSONAL UND REGIONALITÄT – EIN MITEINANDER

Regionalität ist ein wichtiger Nachhaltigkeitsfaktor, nicht nur im Lebensmittelbereich. Auch beim Recruiting will man bestenfalls geeignete Bewerber in der eigenen Umgebung finden oder Mitarbeiter von außerhalb an die Umgebung binden. Das langfristige Ziel ist klar: In der Region verwurzelte Mitarbeiter bleiben länger im Unternehmen. Die Fluktuation wird geringer, man kann ein Stammteam aufbauen und gemeinsam an Unternehmenszielen arbeiten, darunter auch die Nachhaltigkeitsstrategie.

In Branchen mit angespannter Personalsituation wie dem Tourismus und dem Pflegewesen ist es besonders schwierig, den Mitarbeiterbedarf in der Region zu decken. Helfen sollen regionale Zusammenschlüsse, oft mit gemeinsamen Recruiting-Plattformen. Neben vielen Initiativen von Tourismusverbänden gibt es zum Beispiel „KitzIntensiv“ (Raum Kitzbühel; Tourismus) und „kommbleib“ (Pinzgau; alle Branchen).

Ganz neu ist die oberösterreichische Vereinigung IG Gastro mit ihrer Onlineplattform gastjobs.at. Die Initiatoren sehen die Zeit für innovative Strategien in der Personalsuche und neue Anreize gekommen. Ein zentraler Punkt der 21 beteiligten Gastronomiebetriebe mit rund 600 Mitarbeitern ist Wertschätzung. Mit Authentizität und persönlichen Botschaften will man Fachkräften die Bewerbung schmackhaft machen. Mitarbeiter sollen durch einen respektvollen und wertschätzenden Umgang, stetiges Teambuilding und Fortbildungenlangfristig gebunden werden.

 

Titelbild: Getty Images
6. September 2021
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